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Stadt
Vaihinger Weindorf
30.05.2011

Vaihingen (aa). Verkaufsoffener Sonntag in Vaihingen! Das ist fast ein Zauberwort, ein Garant für eine fast überquellende Innenstadt. Auch gestern war der Andrang durchaus vorhanden, allerdings gab es sicher schon Jahre, in denen mehr los war. Eine riesige Konkurrenz für die Innenstadt sind inzwischen die Flohmärkte an der Peripherie. Jongleur Willi aus Nagold hat sich ein wenig mehr erhofft. Er hatte die Wahl: Feuerwehrfest in Magstadt oder verkaufsoffener Sonntag in Vaihingen. Er hat sich für Vaihingen entschieden und hoffentlich so viel Umsatz gemacht, dass er ein paar Tage davon leben kann. Eigentlich wird Willi zu solchen Events verpflichtet, doch ab und zu reist er an freien Wochenenden auch auf eigene Faust los und jongliert mit Messern, fährt auf dem Einrad. Auch der Mann mit den Luftballons wundert sich ein wenig, dass es um halb drei noch nicht so recht steppt in der Fußgängerzone. Bürgermeister Klaus Reitze ist so freundlich und spendet einen Euro für eines der Ballonkunstwerke. „Es ist durchaus gut gelaufen“, sagen verschiedene Händler in der Stuttgarter Straße – auch wenn das Wetter fast eine Nummer zu schön war. Es war insgesamt ein Einkaufssonntag wie gemalt. Dass der WGV-Vorsitzende Hans Becker in seinem Uhren- und Brillenfachgeschäft jedesmal von Kunden belagert war, wenn die VKZ etwas von ihm wollte, kann auch als Indiz dafür gewertet werden, dass was lief an diesem 29. Mai. Dabei waren die Konkurrenzveranstaltungen im Umfeld durchaus nicht zu verachten. Großes Keltenfest in Hochdorf zum 20-jährigen Bestehen des Museums, mittelalterliches Treiben in Aurich – und, das wird immer mehr zum Phänomen, die Flohmärkte in der Stadt selbst. Kommen Flohmarktgänger auch zum Einkaufen in die richtigen Läden? Es gibt das bestimmt Untersuchungen. Wenn die Gäste, die sich auf den beiden Rewe-Parkplätzen und dem Behr-Areal eingefunden haben, auch in der Stadt gewesen wären, hätten die Straßen sicher anders ausgesehen. Nur der neue Flohmarkt auf dem Tüv-Gelände dümpelte etwas vor sich hin. Gezeigt hat es sich wieder, dass die Leute mit kleinen Aktionen durchaus bei Laune gehalten werden können. So war zum Beispiel das Schätzspiel der Kreissparkasse immer dicht umlagert. Der Wert von geschredderten Geldscheinen solle erraten werden. Und auch bei der VKZ wurde die gefüllte Reisetasche immer wieder angehoben: Wie schwer wird sie denn sein? Dass das Vaihinger Weindorf zu einem festen Block an einem Verkaufswochenende werden kann, hat sich durchaus bestätigt. Die Weinbaubetriebe waren mit dem Umsatz des Samstags durchweg zufrieden und lobten vor allem den Auftritt des Männerchores von Werner Dippon: „Der hat für Stimmung gesorgt.“ Und für Umsatz. Die rund 70 Mannen gönnten sich nach den Liedern durchaus auch noch das eine oder andere Viertele. Dass es gestern auf dem Marktplatz keine Musik gab, war zwar für die VKZ-Mitarbeiter durchaus angenehm, denn wenn sie den ganzen Tag mit Liedern und Melodien zugedröhnt werden, ist das an manchen Festen etwas nervig. Der eine oder andere Weindorf-Gast hätte sich aber durchaus ein wenig Hintergrundmusik gewünscht. Weil es aber dennoch schön war, das Wetter hervorragend passte, blieben die Weinzähne man noch lange nach Ladeschluss in der Stadt. Man kann nur wünschen, dass sie heute keinen zu schweren Kopf haben.


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